Making a living

Eine der Chancen, die das Zusammenleben im Stamm bietet, ist gemeinsam seinen Lebensunterhalt zu erwirtschaften. Eine unlängst geführte Diskussion hat mir allerdings gezeigt, dass Begriffe wie „Wirtschaften“, „Arbeiten“, „Geld verdienen“ usw. recht negativ besetzt sind, als etwas, dass uns quasi vom System aufgezwungen wird und das wir so bald wie möglich hinter uns lassen sollten … 800px-ant_at_work_03

Da scheint mir jedoch ein grundlegender Irrtum vorzuliegen. Denn jede Gesellschaft – egal ob nun Stammes- oder kapitalistische – wirtschaftet, aber sie unterscheiden sich im Grad der Ausbeutung ihrer Mitglieder. Akkumuliert sich im kapitalistischen Wirtschaftssystem der Gewinn in der Hand eines Einzelnen, kommt dieser dagegen im Stamm jedem Stammesmitglied gleichermaßen zu Gute.  Beruht das kapitalistische System auf jährlicher Wachstumssteigerung, geht es dem Stamm hingegen darum, seine Mitglieder zu ernähren und ihre Bedürfnisse zu befriedigen. Man kann sich das ganze als Kurve verdeutlichen: die der kapitalistischen Produktion wächst exponentiell (so zumindest die Ideologie), die des Stammes wächst lediglich mit der Anzahl der Stammesmitglieder, die zu versorgen sind.

Daniel Quinn hat diese Vorstellung des Wirtschaftens im Begriff des „Making a Living“ wunderbar zusammengefasst. Wie grundlegend dieses „Making a Living“ – oder eben „Wirtschaften“ ist, – soll hier stellvertretend das folgende Zitat aus seinem Buch Beyond Civilization: Humanity’s Next Great Adventure illustrieren:

“People sometimes react to my proposals as though there were something slightly distasteful and superfluous about the whole idea of “making a living” – tribally or otherwise. They seem to feel that if the New Tribal Revolution is all it´s cracked up to be, then we shouldn`t have to “make a living” at all, we should be able to live like the birds of the air.

Exactly so. That`s the whole point, you might say. 800px-angebissener_apfel_als_nahrungsquelle_fur_wespen_und_ameisen

Their misunderstanding isn´t about the New Tribal Revolution; it´s about the birds of the air. Sparrows may be “free as birds”, but this doesn`t mean they don`t have to make a living. On the contrary, every living thing on earth has to do this. Gnats, geese, dolphins, chimpanzees, spiders, and frogs all have to expend energy to get what they need to stay alive. There is no creature that spends its life just lying there inert while needed resources flow in and do the work of keeping it alive. [...]

The tribe, in fact, is just a wonderfully efficient social organization that renders making a living easy for all – unlike civilisation, which renders it easy for a privileged few and hard for the rest.”

(Quelle: Daniel Quinn, Beyond Civilization: Humanity’s Next Great Adventure, Three Rivers Press 1999, S. 154) 742px-furnarius_rufus_victor_harvey

Wie ein Wirtschaften auf Stammesebene heute umsetzbar ist, darüber werde ich in später folgenden Artikeln berichten.

Eure Zuzsa

Photo credits: alle Bilder sind unter der creative commons licence auf Wikipedia veröffentlicht 1, 2, 3

Indianer gibt es nur in der Fantasie

“Alles, was Sie über Indianer wissen, ist falsch. Es handelt sich bei den „Ersten Amerikanern“, wie sie politisch korrekt genannt werden, nicht um Edelmenschen, die im Einklang mit sich selbst und der Natur lebten. Die Indianer waren alles andere als Pazifisten. Sie beten nicht Manitu an. Sie haben den größten Teil ihrer Geschichte überhaupt nicht gewusst, was Pferde sind. Die meisten von ihnen lebten, bevor Kolumbus an den Gestaden der Neuen Welt landete, nicht in Tipis, sondern in festen Behausungen. Die amerikanische Armee hat nie mit Pocken verseuchte Decken verteilt, um die Indianer auszurotten. Am wichtigsten aber: Indianer gibt es gar nicht, vielmehr: Es gab sie früher nicht.”

Ein ganz netter Artikel wie ich finde.
Den Rest gibt es hier: http://www.welt.de/kultur/article8180698/Indianer-gibt-es-nur-in-der-Fantasie.html

Wirtschaft als Grundlage eines Stammes?

Lieber Leser,

mit diesem Artikel möchte ich auf einen Beitrag von Zuzsa eingehen und den dort vorgestellten Gedanken aufgreifen und versuchen durch ein Mehr an Tiefe und Hintergrund zu erweitern.

In „making a living“ (http://newtribalsociety.org/?p=987) heißt es “…jede Gesellschaft – egal ob nun Stammes- oder kapitalistische – wirtschaftet“ und aus  dieser – richtigen – Erkenntnis wird der Vorschlag hergeleitet in einem Stamm gemeinsam seinen Lebensunterhalt zu erwirtschaften.

Zunächst ist es vollkommen korrekt wenn es heißt: „Akkumuliert sich im kapitalistischen Wirtschaftssystem der Gewinn in der Hand eines Einzelnen, kommt dieser dagegen im Stamm jedem Stammesmitglied gleichermaßen zu Gute. Beruht das kapitalistische System auf jährlicher Wachstumssteigerung, geht es dem Stamm hingegen darum, seine Mitglieder zu ernähren und ihre Bedürfnisse zu befriedigen“, jedoch ist diese Aussage rein aus der Zivilisation her gesehen, welche die hauptsächlich materielle Bedürfnisbefriedigung des Menschen in den Vordergrund stellt.

Sicher – Nahrung, Kleidung, ein „Dach über dem Kopf“ sind wichtig für den Menschen und fast keine Gemeinschaft kommt ohne sie aus (bekannt sind mir spontan nur Berichte über die Tasmanischen Ureinwohner, welche auf alles außer wenige Werkzeuge verzichteten) und wache, denkende Menschen dürften sich auch einig darüber sein, daß aus der ehemaligen Bedürfnisbefriedigung zum Zwecke des guten und gesicherten Überlebens ein gigantisches Ungeheuer geworden ist, das nunmehr zum Untergang führt und dringend Alternativen eingeführt werden müssen. Dennoch sollte man einen neuen Stamm (um die es hier vornehmlich geht) nicht um solch eine alternative Wirtschaft herum aufbauen. weiter lesen »

Video: ein Indianerstamm in Kolumbien

Der Anthropologe Wade Davis reist in eine Region Kolumbiens und besucht dort ein Volk, das sich selbst “Stammesältester Bruder” nennt. Die Angehörigen dieses Volkes sehen sich selbst als Nachfahren der Tairona, einer einstmals großen Zivilisation.

Eine sehr interessante Doku die einen recht guten Einblick in die Denkenswelt alter Stämme liefert.
Viel Spaß beim Ansehen!

YouTube Preview Image weiter lesen »

Sind Stämme Sekten?

Wenn man sich mit dem Thema neue Stämme beschäftigt, wird irgendwann einmal ganz sicher auch der Begriff Sekte auftauchen. Ein Grund, sich in diesem Blog einmal mit dem Vergleich Sekten – Stämme auseinander zu setzen.

So gut wie jeder Uni(n)formierte wird diesen Begriff als Gegenargument benutzen weil dieser sich gut etabliert hat und im Allgemeinen für nicht genau einzuordnende Gruppen von Menschen steht, die etwas gemeinsam haben was die Allgemeinheit nicht hat, nicht sofort versteht, nicht verkaufen kann, woraus sich kein Trend entwickelt und vor allem sich nicht konform mit den Großreligionen verhält.

Sekte hört sich so schön böse an und man denkt sofort an Despoten mit wirrem Blick die sich für die Inkarnation irgendeiner mythologischen Berühmtheit halten, eine Gemeinschaft von willigen Frauen, drogenvernebelten Späthippies, jeder Menge inzüchtiger Kinder unterhalten und spätestens drei Tage nachdem der erwartete Weltuntergang nicht eingetreten ist den Massenselbstmord der Gruppe möglichst spektakulär vor laufenden Kameras anordnet.
Übertriebene Darstellung? Nein, leider nicht. Angst trägt die bizarrsten Früchte und auch wenn  jemand etwas ins Negative ziehen will, sind der Phantasie kaum Grenzen gesetzt – schließlich kann man auf ein recht großes Archiv von Presseberichten zurückgreifen, angereichert mit gruseligen Fotos und Dokuclips auf Youtube mit denen man seine Argumente untermauern kann.

Um den wirren Hirngespinsten der Gemeinschaftsphobiker das Futter zu nehmen, möchte ich hier nun den Begriff Sekte im Bezug auf einen neuen Stamm gerne einmal auseinander nehmen. weiter lesen »

Ein Manifest des Animismus – eine Buchbesprechung

Über Daniel Quinns “The Story of B”  (via freakybooks.de)

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“Anyone who thinks the Church is open to new ideas is living in a dreamworld”

(Daniel Quinn, “The Story of B”, p.10)


In Deutschland ist Daniel Quinn vor allem durch seinen Roman “Ismael” bekannt, allerdings längst nicht in dem Maße, wie im englischsprachigen Raum, wo er ein gefeierter Bestsellerautor und konsequenter Vordenker der New-Tribes- Bewegung ist.
Hierzulande wird sein mit dem renomierten Turner Tomorrow Fellowship Award (dem mit 500 000 Dollar höchstdotierten Literaturpreis der USA) ausgezeichnetes, bahnbrechendes Werk typischerweise als “Buch zum Film” verramscht und ist ein ausgesprochener Flop ( – einem Film namens “Instinkt” übrigens, der inhaltlich herzlich wenig mit diesem Buch zu tun hat, von ein paar am Rande auftauchenden Gorillas vielleicht einmal abgesehen…).

Nun ist “Instinkt” für einen Hollywoodschinken immer noch erstaunlich unschlecht, eigentlich sogar recht sehenswert und nicht gänzlich bar jeglicher gedanklichen Tiefe – und so erklärt sich vielleicht, daß ich vor ein paar Jahren in der Ramschbuchabteilung eines Supermarktes nach eben jenem sonderbepreisten und ziemlich zerknitterten “Buch zum Filme” griff – der kleingedruckte Untertitel lautete merkwürdigerweise “Ismael“, geschrieben von einem gewissen Daniel Quinn – und es zwischen die Milchtüten, Brokkoliköpfe, Radieschen  und Frühstücksbrötchen in meinen Einkaufswagen legte.  Etwas später, zuhause dann, hatte ich eine Offenbarung – ahnungslos hatte ich gefährlichsten intellektuellen Sprengstoff eingekauft! weiter lesen »

Sind wir etwa die ersten normalen Menschen?

Liebe Leser,

eben fand ich ein interessantes Interview aus dem Jahre 2007 mit Jared Diamond bei FAZ.net.

Der Biologe, Geograph und Historiker Jared Diamond will herausfinden, was wir von Stammesgesellschaften lernen könnten. Angesichts des Klimawandels rät er zu einem neuen Lebensstil.

Des copyrights wegen darf ich euch nur einige Passagen hierher kopieren, den Link zum ganzen Interview findet ihr dann anschließend. weiter lesen »

Unterwegs

Es ist so wundervoll, einfach unterwegs zu sein, ohne Ziel einfach drauflos zu fahren und die Abenteuer mitzunehmen, die am Wegrand liegen. 102_4396

Wir waren ein paar Tage zum Arbeiten auf der Insel Usedom und anschließend hatte keiner von uns beiden recht Lust nach Hause ins öde Berlin zu fahren. Was lag da näher, als sich aufs Rad zu schwingen und ein Stück auf dem Berlin-Usedom-Radweg nach Süden zu gondeln. Mal abgesehen vom Wetter 102_4468 vielleicht, dass vom Nieselregen bis zum Platzregen und heftigstem Gegenwind alles aufbot, um uns bei Laune zu halten.

Nichtsdestotrotz oder gerade deswegen wurde unsere Tour zu einer phantastischen Erfahrung. Beim Bahn- und schon gar beim Autofahren geht mir persönlich jeglicher Bezug zur Landschaft verloren. Die Welt flitzt vor den Fensterscheiben vorbei und aus heiterem Himmel bin ich kilometerweit von meinem Ausgangspunkt entfernt, stehe ganz erschlagen und vom vielen Sitzen ganz steifbeinig in der Gegend herum und verstehe eigentlich gar nicht, was mir passiert ist. Umso befriedigender war das Erlebnis eine wirklich weite 102_4437

Wegstrecke mit dem eigenen Körper – im wahrsten Sinne des Wortes – zu erfahren. Plötzlich besitzt die Strecke Realität und ist vollgestopft mit Erlebnissen und Bezugspunkten. Mit den Kiefernzapfen, die ich mir unterwegs in die Taschen stecke und der Puste, die mir beim fünften Hügel hintereinander allmählich ausgeht. weiter lesen »

Buchbesprechung “Bei Schamanen”

Buchbesprechung “Bei Schamanen”

Autor: Prem Lélia de Haan
Titel: “Bei Schamanen”
Untertitel: “Indianer im mexikanischen Hochland”
Verlag: Ullstein Sachbuch
Erscheinungsjahr: 1985 (Ausgabe hier: 1988)
ISBN: 3-548-34435
Kategorie: Reisebericht / Erfahrungs- und Erlebnisbericht

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Ein Buch, welches ich euch nicht nur empfehlen, sondern sogar ans Herz legen möchte.

Lélia… Münchnerin, Esoterikerin, offensichtlich Alleinerziehend, hat schon einige Seminare und Reisen durchgeführt, ihren Namen erhielt sie von Osho (Bhagwan).
Eines Tages machte sie in der Schweiz ein “Spiritual Healing”-Seminar mit, ab da begann sie, sich für Magie, Schamanismus, Indianer und Dergleichen zu interessieren. weiter lesen »

Buchbesprechnung “Kabluna”

Buchbesprechnung “Kabluna”

Autor: Gontran de Poncins
Titel: “Kabluna”
Untertitel: —-
Verlag: Büchergilde Gutenberg
Erscheinungsjahr: 1957
ISBN: —-
Kategorie: Reisebericht / Ethnologie


Das Buch stammt aus einem Antiquariat, vielleicht bekommt ihr es ja noch bei www.zvab.com

Der Franzose und Pariser, Graf de Poncins unternahm Ende der 30er eine Reise zu den Eskimos (das Wort Innuit war noch nicht im Sprachgebrauch) rund ums King William Land, eine Insel zwischen Alaska und dem magnetischen Nordpol.

Einerseits aus wissenschaftlicher Neugier, andererseits aus persönlichen Gründen lebte er zwei Jahre lang unter und mit ihnen.

Man stelle sich vor! Ausgerechnet ein französischer Graf und Großstädter lebt und reist und vor allem -ißt mit den Innuit.

Eigentlich recht vergnüglich zu lesen, wennauch die inzwischen veralterte Sprache etwas Schwierigkeiten beim Lesen bereitet, aber auch nachdenklich machend. weiter lesen »

Achtung – Wir sind vorübergehend abwesend!

Sprich, die beiden Admins sind für etwa eine Woche offline. Das hat erstmal keine nennenswerten Auswirkungen, außer den folgenden – nämlich:

1. daß wir uns während dieser Zeit nicht am Gedanken- und Meinungsaustausch auf dieser Seite beteiligen können – was wir als sehr bedauerlich empfinden (und seid versichert – wir brennen bereits darauf, in Bälde endlich wieder die nötige Ruhe zu haben, um voll und ganz ins so wundervoll wachsende neu-tribale Geschehen einzutauchen… :-D )

2. daß während dieser Zeit weder neue Autoren noch Kommentatoren freigeschaltet werden können. Also wundert euch bitte nicht und macht euch keine Sorgen – allerspätestens am 27.05. sind wir wieder im Netz und kümmern uns dann umgehend um alles, was dahin angefallen sein sollte…

Viele Grüße an alle – und ganz besonders und von Herzen an alle “K´s”! (Soon we will meet again!)

Zuzsa & Sterno

Europa – auch ein Land der Stämme

Jüngst erst unterhielt ich mich mit jemandem über neue Stämme und schon wieder kam nach wenigen Sätzen die Frage nach „den Indianern“ auf: „Stamm jetzt im Bezug auf Indianer? Oder wo ist der Unterschied zu anderen Gemeinschaften?“ war die Frage und ich muß ehrlich sagen, wieder einmal mehr störte mich diese Omnipräsenz der „Amis“.

Allzu häufig habe ich einfach schon erlebt, daß Leute die… sagen wir aus einer Art Zivilisationsmüdigkeit heraus sich gerne bei “den Indianern” umschauen und sich sehr von der Vielfalt der dortigen Kulturen beeindrucken lassen.
Gut, diese sind in der Tat auch sehenswert und es wurden und werden auch immer recht kluge Aussagen getroffen, mitunter landen diese dann sogar als Aufkleber an Autos um zwar gelesen aber nicht wirklich verbreitet zu werden, geschweige denn inhaltlich wahrgenommen oder gar begriffen.
Nun wird andererseits aber auch von den Resten der amerikanischen Ureinwohner stolz der Begriff der “500 Nations” fast schon industriell mit gutem Marketing in alle Welt verteilt und wenn irgendwo Begriffe wie z. B. “Stamm”, “Ureinwohner”, “Naturverbundenheit”, “Spiritualität” auftauchen, wird in der Regel zu erst an nordamerikanische Indianer gedacht. weiter lesen »

Zusammengehörigkeitsgefühl durch Vertrauen und Sicherheit

Man soll‘s kaum glauben: Jüngste Forschungsergebnisse belegen doch tatsächlich, daß gruppeninterner Zusammenhalt nicht von einem Konflikt mit anderen Gruppierungen abhängt und dadurch eben das Zusammengehörigkeitsgefühl bildet und stärkt, sondern daß sich Menschen Gruppen anschließen, weil sie dort einen Ort finden, der ihnen Vertrauen einflößt und Sicherheit gewährt.

Wer hätte das gedacht?

Doch bei allem Zynismus – über diesen Artikel HIER kann ich gar nicht lachen. Seit ich ihn las, studiere ich eben unter dem Gesichtspunkt meine Umwelt -vor allem die Leute an der Arbeit-, daß die (zivilisierten) Menschen sich dann womöglich tatsächlich erst dann wohlfühlen, wenn sie sich behaupten können, wenn sie sich darstellen können, sich selbst über jemanden oder etwas anderen / -s erheben können, sprich nur per Konflikt irgendeiner Art sich einer Gruppe zugehörig fühlen.
Jeder gegen jeden… solange, bis sich ein paar zusammengeschlossen haben um gemeinsam gegen Anderes vorzugehen.
In der Tat – so bilden sich wahrhaftig Gruppen bis hin zu Gesellschaften.
Dauernd wird nur gehackt, gelästert, niedergeredet… in einer harmonischen, friedvollen Umgebung fühlen sich die Leute schnell unwohl.

Ist dem tatsächlich so? weiter lesen »

Nur Stämme werden überleben

1979 fand in der Windmühle des Jugendhofes in Quelkhorn, ein von Erich Haye, dem späteren Herausgeber der Zeitschrift “Anders Leben”, einberufenes Treffen mit dem Führer der jungen Männer der Irokesen (“Der das Gesetz bringt”) statt. Es war bei verschiedenen nordamerikanischen Indianerstämmen zu einer Rückbesinnung auf eigene kulturelle Wurzeln gekommen.
“Der das Gesetz bringt” sagte unter Anderem: “Ihr seid keine Indianer und werdet nie welche werden. Allerdings sind wir ursprünglich Brüder eines Volkes. Ihr müßt eure eigenen Wurzeln finden. Was eure persönlichen Probleme angeht, darüber lohnt es sich nicht zu reden. Solange ihr nicht wieder in Stämmen lebt, lassen sich die nämlich nicht lösen und wenn ihr wieder in Stämmen lebt, habt ihr diese Probleme nicht mehr.weiter lesen »

Sternos Traum …

Letzte Nacht hatte ich einen merkwürdigen, beglückenden Traum.

Mir träumte, daß der erste neue Stamm Kontakt zu mir aufgenommen hatte. Und wie es sich für einen modernen Stamm nunmal gehört, in diesem zur Realität gewordenen technologischen Alptraum, in welchem wir derzeit leben, fand diese Kontaktaufnahme selbstverständlich über das Internet statt (so ein bisschen wie in der Folge-dem-weißen-Kaninchen-Szene in dem allseits bekannten Film Matrix vielleicht… )

Den vollständigen Artikel lesen auf Sternos Blog ->



How shall I live my Life?

Das ist die große Frage, welche Derrick Jensen, seines Zeichens Autor des großartigen Buches “Endgame 1 & 2″ (auf deutsch erschienen als “Endgame”” und “Das Öko-Manifest), einer ganzen Reihe von recht unterschiedlichen Leuten vorlegte, die jedoch  alle zumindest eines gemeinsam haben – ihr langjähriges Engagement gegen die perversen und toxischen Auswüchse der westlichen Zivilisation.

Zu Wort kommen unter anderem der American Indian Movement- Gründer Vine Deloria, der Tierrechtler Steve Wise, der Anti-Staßen-Aktivist Jan Lundberg, die ganzheitliche Philosophin Kathleen Dean Moore, die Umwelt-Anwältin Carolyn Raffensperger – und noch etliche andere mehr.

Entstanden ist dabei ein äußerst lesenswertes Kaleidoskop von fundierten Meinungen, Denkansätzen, Erfahrungen und Handlungsstrategien, die sich aus ganz unterschiedlichen Richtungen auf einen zentralen Punkt hin  zubewegen: Wie können wir ganz konkret diese Welt ändern, was ist dazu alles an Voraussetzungen notwendig bzw. unabdingbar, was müssen wir dafür von unserem bisherigen Denken und Handeln über Bord werfen…

Auf jeden Fall eine inspirierende und bereichernde Lektüre, für all jene die es ernst meinen!

Weggeworfenes Leben…

“Siehe, all das was du wünschst ist machbar! Verlaß einfach nur dein wertloses Leben hier und folge uns – und wir werden dich in blühende Landschaften führen. All deine bunten Glasmurmelträume werden dir erfüllt werden, du wirst reicher und besser angezogen sein, als alle deine Vorfahren es sich jemals hätten träumen lassen, ungeahnte technische Errungenschaften werden dein und dir immer zu Diensten sein – allerdings… das Alte, das Überholte, dieses Anhaften am Gestrigen, das mußt du dafür natürlich aufgeben…”

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So sprachen einst die Bauernfänger des Fortschritts zur Jugend auf dem Lande. Die zog auch prompt fort aus ihrer angestammten Heimat – und was ein paar Jahrzehnte später übrigbleibt von jahrhundertelang bewahrten Traditionen und Bräuchen findet dann problemlos Platz in einer Berliner Mülltonne… in Gänze nachzulesen auf  Sternos Blog->

 


Die erlösende Konkretheit des Machens…

“Es gibt nichts Gutes, außer man tut es”

(Erich Kästner)

Es soll ja doch immer wieder Leute geben, die, anstatt die ganze Welt mit ihren hochfliegenden Ideen und Einsichten beglücken zu wollen, einfach ganz konkret und da wo sie sind etwas tun. Die ihr Leben einfach in die eigenen Hände nehmen und anstatt zu jammern, zu klagen und zu warten, daß sich etwas ändert – lieber anpacken und machen.

Und damit haben sie – und alle die, die mit ihnen sind – in der Regel alle Hände voll zu tun und ein erfülltes, selbstbestimmtes Leben obendrein! Und meistens entsteht dabei ganz von selbst so etwas wie ein Stamm, ohne daß es dazu jemals eines abstrakten Entwurfes überhaupt bedurft hätte. Ganz im Gegenteil: das Geheimnis scheint in der Konzentration auf das Naheliegende zu liegen – und in der Fähigkeit, es überhaupt ersteinmal zu erkennen. Klingt vielleicht banal, ist es aber nicht…

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Bildquelle: a tempo 02/2010

Ein wunderbares Beispiel für solch bodenständiges, unverkopftes Engagment in der ganz und gar prosaischen Welt der Tatsachen fand ich jüngst in einer Ausgabe des anthroposophischen Magazins “a tempo” – in einer spannenden Reportage über den Kindercircus Mignon. Was vor über einem Jahrzehnt als kleines heilpädagogisches Projekt begann hat sich mittlerweile zu einem florierenden Reisezirkus- und Cateringunternehmen entwickelt, das allen daran Beteiligten Lebenssinn und Auskommen bietet. Aber lest doch einfach selbst -> zur Reportage

Wir möchten an dieser Stelle dem “Stamm Mignon” von Herzen weiterhin gutes Gelingen, Freude, Erfolg und noch viele Generationen lang andauerndes,  vergnügliches und abenteuerliches Nomadisieren wünschen! Und wer jetzt Feuer gefangen hat, kann auch gerne mal auf der Stammeshomepage vorbeischauen – möglicherweise wird ja noch der ein oder andere Löwenbändiger gesucht…

circusmignon

 

 

 


Der Blick des Stadt-Indianers

„Siedle niemals flußabwärts vom weißen Manne!“ (angeblich Indianisches Sprichwort)

Ein Stadt-Indianer hat es wirklich nicht leicht unter den Bleichgesichtern. Denn in der Stadt ist der weiße Mann überall und es ist beinahe unmöglich, ihm aus dem Weg zu gehen – und wenn, dann nur unter den allergrößten Schwierigkeiten. Und selbst wenn dies gelingt, so wird der Stadt-Indianer doch auf Schritt und Tritt von den Hinterlassenschaften, Ausdünstungen und Verlautbarungen des weißen Mannes belästigt – welcher offenbar fest davon überzeugt ist, daß er allein über diesen, seinen, Planeten wandelt und deshalb auf niemanden sonst Rücksicht zu nehmen braucht… intro



Weiterlesen in Sternos Blog ->

Bald ein Jahr online…


… und aus diesem Grunde spendieren wir dem Webauftritt mal ein hübsches, zeitgemäßes Relaunch. In den nächsten Tagen könnte da noch der ein oder andere kleine Bug auftauchen … wir arbeiten dran, ok!

Und für alle, die Techsprech nicht beherrschen: Wir haben unsere Webseite verschönert… :mrgreen:

Ach so – und natürlich vielen Dank an alle, die uns begleitet und unterstützt haben! Und allen Neuankömmlingen ein herzliches Willkommen! Und außerdem viele Grüße an das Nu Era Netzwerk!

Auf ein neues,

Euer Sterno

Warum wir keine E-Book-Reader brauchen…

…apropos Argumente gegen das traditionelle Buch.
Es ist, ganz nebenbei gesagt, gar nicht zwingend notwendig Bücher aus Bäumen herzustellen!
Auch wenn ihr jetzt vielleicht ungläubig staunt, ob der Tatsache, was man früher naiverweise so alles aus „Drogen“ gemacht hat …ja, bis zu Anfang des letzten Jahrhunderts wurde zum Beispiel ein Großteil sowohl der Textilien als auch des Papiers aus Hanf hergestellt.
Das Hanfmonopol im Textilbereich kippten dann bekanntlich die amerikanischen Baumwollbarone. Was weniger bekannt ist: Die amerikanischen Papierbarone waren zum großen Teil Waldbesitzer – und das unverwüstliche, billige Hanfpapier war ihnen ein Dorn im Auge.
Die Abhängigkeit von Holz und Baumwolle also, in der wir uns heutzutage zu befinden glauben, ist im Grunde nichts weiter als das Ergebnis jahrelanger, gezielter und erfolgreicher Propaganda einer kleinen aber einflußreichen Interessengruppe. weiter lesen »

Gullivers Reisen reloaded – oder die zeitlosen Visionen des Robert A. Heinlein

Ist die Menschheit noch zu retten?

Bereits vor fast fünfzig Jahren, 1961, hat Robert A. Heinlein diese Frage in seinem epochalen Werk „Fremder in einer fremden Welt“ mit einem klaren „JA!“ beantwortet – und dort auch gleich die dafür notwendigen Bedingungen genannt.

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Wer , liebe Leser, jetzt aber menschliche Auswandererströme ins All oder ungeahnte, rettende Hochtechnologien erwartet, der ist, das sei gleich vorab angemerkt, völlig auf dem falschen Dampfer und sollte sein Glück vielleicht lieber bei Arthur C. Clarke oder Isaac Asimov versuchen…

Denn Michael Valentine Smith, die Hauptfigur dieses Romans, wurde zwar auf dem Mars von Marsianern großgezogen und hat folgerichtig einen konsequent außerirdischen Blick auf die futuristisch-dekadente Zivilisation welcher er nur allzubald auf der Erde begegnen wird – aber im Prinzip ist das nichts weiter als ein literarischer Kunstgriff des Autors. Heinlein arbeitet quasi in Umkehrung des Vorgehens und in direkter Tradition eines gewissen Jonathan Swift, der seinen Helden Lemuel Gulliver an verschiedenen, ziemlich „außerirdisch“ konzipierten Gestaden (wie etwa Liliput oder Laputa) stranden lässt, um ihn dann aus der Perspektive des kulturellen Außenseiters über die dort vorgefundenen Verhältnisse berichten zu lassen. (und ganz und gar folgerichtig wird dann auch von Heinlein an mehreren Stellen des Romans explizit auf „Gullivers Reisen“ Bezug genommen und daraus zitiert.) weiter lesen »

Der mit den Pflanzen spricht…

…ist, zugegebenermaßen ein recht dümmlicher Titel und soll wohl vor allem an die romantische Ader der anvisierten Zielgruppe appellieren. Davon einmal abgesehen handelt es sich jedoch um einen äußerst sehenswerten Beitrag und Dr. Storl hat darin so einiges an Interessantem zu sagen…

Selbst die pseudoinformative Moderation aus dem Off kann daran nicht viel ändern, welche immer wieder philosophische Perlen wie zum Beispiel “…Storl sieht den Menschen als Teil der Natur…” in lockerer Weise einzustreuen weiß…. :mrgreen:

Aber daran sind wir alle ja alle hinreichend gewöhnt (um nicht zu sagen: darauf programmiert – na, ihr wißt schon,  so unhinterfragte Überzeugungen wie  “der Mensch ist die Krone der Schöpfung”  und  “wir sind Stellvertreter Gottes auf Erden” usw. usw… ) – und so kann man den ausführenden, arglosen Fernsehjournalisten solche semantischen Bisse in den eignen Schwanz eigentlich  kaum übelnehmen. weiter lesen »

Join the FREAK REVOLUTION!

freakrevolution

Na, sind die nicht knuffig?

Und nicht nur das! Nein, sie haben außerdem auch noch ein gut formuliertes, leicht zu verstehendes Programm zur “Weltveränderung” anzubieten, welches man sich unter folgendem Link als freie PDF-Datei herunterladen kann:

http://freakrevolution.com/freak-revolution-manifesto-print-friendly.pdf weiter lesen »

Neue Links / New Links in the Sidebar

Jede Menge neue und spannende Links findet ihr in unserer Sidebar auf der rechten Seite. Besonders empfehlen kann ich euch unsere neueste Entdeckung: einen Artikel über “grüne Anarchie”, den wir in der Wiki von “Gruenes Blatt” gefunden haben. weiter lesen »